Fachkräftemangel in der IT: Nearshoring als Kapazitätslösung


Titelbild: Fachkräftemangel in der IT – Nearshoring als Kapazitätslösung

Der Fachkräftemangel in der IT hat für viele Unternehmen in Industrie und Handel ein sehr konkretes Gesicht, eine offene Stelle, die seit Monaten in der Ausschreibung hängt. Nearshoring beantwortet dieses Problem nicht komplett, es verschiebt aber den Engpass an eine Stelle, an der er sich lösen lässt.

Kurz beantwortet

In Deutschland sind 109.000 IT-Stellen unbesetzt, eine offene Position bleibt im Schnitt 7,7 Monate vakant. Nearshoring löst den Fachkräftemangel nicht, es schafft zusätzliche Kapazität für klar abgegrenzte Vorhaben, während das interne Team bei Systemwissen und Steuerung bleibt. Ein Team steht meist in wenigen Wochen statt in sieben Monaten.

Wie groß der Fachkräftemangel in der IT wirklich ist

7,7 Monate

bleibt eine offene IT-Stelle in Deutschland im Schnitt unbesetzt. Ein Vorhaben, das im ersten Quartal starten sollte, rutscht damit oft ins nächste Geschäftsjahr.

Bitkom-Studienbericht IT-Fachkräfte, 2025

Die Kennzahlen zum IT-Fachkräftemangel, Quellen: Bitkom 2025, Bundesagentur für Arbeit 2025
Kennzahl Wert
Unbesetzte IT-Stellen in Deutschland 109.000
Unternehmen, die den Mangel spüren 85 Prozent
Unternehmen, die eine Verschärfung erwarten 79 Prozent
Durchschnittliche Vakanzdauer 7,7 Monate
Beschäftigte in IKT-Berufen 1,61 Millionen, plus 6 Prozent zum Vorjahr
Unternehmen, die aktiv im Ausland rekrutieren 14 Prozent

Der Bitkom-Studienbericht zeigt außerdem, dass der Mangel nicht gleichmäßig über alle Bereiche verteilt ist. Besonders betroffen sind Softwareentwicklung, IT-Sicherheit und Datenmanagement, also genau die Bereiche, in denen Industrie und Handel derzeit investieren.

Warum der Fachkräftemangel trotz wachsender IKT-Beschäftigung bleibt

Gleichzeitig wächst die Zahl der Beschäftigten im IKT-Bereich auf 1,61 Millionen Menschen, ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Bundesagentur für Arbeit, 2025). Ursache ist also kein schrumpfendes Angebot. Die Nachfrage wächst schneller als das Angebot, und das Wachstum konzentriert sich auf bestimmte Regionen und Unternehmensgrößen. Große Konzerne mit eigener Employer-Branding-Abteilung gewinnen Kandidaten leichter als ein Maschinenbauer mit 200 Beschäftigten in einer mittelgroßen Stadt.

Für die Softwareentwicklung im Speziellen fällt der Engpass noch enger aus als der Durchschnitt über alle IKT-Berufe. Erfahrene Backend- und Cloud-Entwickler wechseln in Deutschland häufig innerhalb weniger Wochen den Arbeitgeber, weil die Nachfrage mehrerer Unternehmen gleichzeitig auf denselben kleinen Kandidatenpool trifft. Wer als Industrieunternehmen nicht mit den Gehältern großer Tech-Konzerne mithalten kann, verliert dieses Rennen häufig, bevor es richtig beginnt.

Warum so wenige Unternehmen im Ausland rekrutieren

Nur 14 Prozent der deutschen Unternehmen rekrutieren aktiv im Ausland (Bitkom, 2025). Das ist überraschend niedrig, wenn man bedenkt, wie stark der Mangel im Inland ausfällt. Ein Grund dafür ist praktischer Natur. Direktes Recruiting im Ausland bedeutet Arbeitsverträge nach fremdem Recht, Visa-Fragen bei Nicht-EU-Ländern und ein Onboarding, das ohne lokale Struktur schwerfällt. Nearshoring über einen etablierten Partner umgeht diese Hürde. Statt einzelne Entwickler direkt anzustellen, arbeitet man mit einem Team, das bereits vor Ort eingerichtet ist und rechtlich einwandfrei läuft.

Das ändert nichts an der grundsätzlichen Frage, wie man den richtigen Partner findet. Die Warnsignale dafür beschreiben wir im Beitrag Warnsignale beim Nearshore-Partner.

Nearshoring als Kapazitätslösung beim Fachkräftemangel

Nearshoring löst den Fachkräftemangel nicht grundsätzlich, es schafft zusätzliche Kapazität dort, wo die eigene Belegschaft an ihre Grenzen stößt. Ein Nearshore-Team übernimmt zum Beispiel die Entwicklung einer neuen Kundenportal-Funktion, während das interne Team sich auf Wartung und strategische Projekte konzentriert. Diese Aufteilung funktioniert am besten, wenn beide Seiten klar wissen, wer welche Verantwortung übernimmt und wo Schnittstellen liegen. Wie ein solches Modell konkret aufgesetzt wird, beschreiben wir auf der Seite Nearshore-Softwareentwicklung von torck.

Wofür Nearshoring sich schlecht eignetFür Aufgaben, die tiefes, über Jahre gewachsenes Wissen über interne Systeme voraussetzen, etwa die Pflege einer historisch gewachsenen ERP-Anpassung ohne Dokumentation. Für neue Entwicklung, klar abgegrenzte Module oder die Skalierung eines bestehenden Teams ist das Modell dagegen gut geeignet.

Wie sich das Modell gegen Offshoring schlägt, zeigt unser Vergleich zu Nearshoring und Offshoring.

Was ein Aufbauzeitraum in der Praxis bedeutet

Anders als eine Festanstellung mit mehrmonatiger Suche steht ein Nearshore-Team meist innerhalb weniger Wochen. Der Auswahlprozess konzentriert sich auf Skills, Projekthistorie und die Passung zum bestehenden Tech-Stack, nicht auf klassisches Recruiting mit Stellenausschreibung und Bewerbungsgesprächen über mehrere Runden. Für Unternehmen, die einen konkreten Termin im Blick haben, etwa den Rollout eines neuen Warenwirtschaftssystems, macht dieser Zeitgewinn oft den Unterschied zwischen einem Projekt im Plan und einem Projekt in Verzug.

Wichtig ist dabei, den Aufbau nicht mit einem reinen Bodyshopping-Modell zu verwechseln. Ein gutes Nearshore-Team bringt freie Kapazität mit und ebenso Projektstruktur, Testprozesse und einen festen Ansprechpartner, der die Zusammenarbeit über die gesamte Laufzeit begleitet. Fehlt genau das, zeigt sich das meist erst nach den ersten Wochen, wenn Zusagen zur Kontinuität des Teams nicht eingehalten werden.

Eine realistische Erwartung an den Übergang

Die ersten Wochen mit einem neuen Nearshore-Team verlaufen selten reibungslos. Zugriffsrechte müssen eingerichtet, Coding-Standards abgestimmt und die vorhandene Systemlandschaft erklärt werden. Unternehmen, die dafür von vornherein zwei bis drei Wochen Einarbeitungszeit einplanen, berichten von einer ruhigeren Zusammenarbeit als jene, die sofort volle Produktivität erwarten. Diese Anlaufzeit lohnt sich, wenn das Team danach über mehrere Monate oder Jahre bestehen bleibt, sie lohnt sich weniger bei sehr kurzen Projekten von wenigen Wochen.

Wie schnell steht ein Team für Ihr Vorhaben?Nennen Sie uns Tech-Stack und gewünschten Starttermin. Wir sagen Ihnen, was in welcher Zeit besetzbar ist.

Kapazität anfragen

Warum Kapazität bei torck verlässlich bleibt

Zusätzliche Kapazität muss verlässlich bleiben, sonst verschiebt sich das Problem nur in die nächste Projektphase. torck entwickelt mit eigenen Teams an drei Standorten, Maxhütte-Haidhof, Wien und Rabat. Rabat ist dabei eine eigene torck-Gesellschaft, keine vermittelte Partneragentur mit wechselnden Freelancern.

Statt wechselnder Besetzung arbeitet über die gesamte Projektlaufzeit ein festes Team, direkte Kommunikation mit den Entwicklerinnen und Entwicklern eingeschlossen. Genau diese Kontinuität fehlt bei vielen Angeboten, die kurzfristig freie Kapazität versprechen und sie ebenso kurzfristig wieder abziehen. Projektleitung und Ansprechpartner sitzen in Deutschland und Österreich, mit demselben Qualitätsstandard bei Reviews und CI/CD wie an den anderen beiden Standorten. Vertragspartner bleibt dabei immer die deutsche torck GmbH, mit deutschem Recht und einer DSGVO-Verantwortung, die bei einer deutschen Gesellschaft liegt.

Häufige Fragen

Ersetzt Nearshoring das eigene IT-Personal?

Nein, in den meisten Fällen ergänzt ein Nearshore-Team die vorhandene Mannschaft. Interne Fachkräfte kennen die Systemlandschaft und die Fachprozesse am besten, ein externes Team bringt zusätzliche Entwicklungskapazität für konkrete Vorhaben.

Wie schnell steht ein Nearshore-Team?

Je nach Anforderungsprofil lässt sich ein Team innerhalb weniger Wochen zusammenstellen, deutlich schneller als die durchschnittliche Besetzungsdauer von 7,7 Monaten bei einer klassischen Festanstellung in Deutschland (Bitkom, 2025).

Welche Aufgaben bleiben trotzdem inhouse?

Strategische Systementscheidungen, die Steuerung mehrerer Projekte und Aufgaben mit sehr hohem Sicherheitsbedarf bleiben meist bei der internen IT. Ein Nearshore-Team übernimmt dagegen konkrete Entwicklungsarbeit innerhalb eines definierten Rahmens.

Der nächste Schritt

Der Engpass aus diesem Beitrag braucht vor allem verlässliche Kapazität über die gesamte Projektlaufzeit. torck bietet dafür feste Teams an drei Standorten mit direktem Draht zu den Entwicklerinnen und Entwicklern. Im Erstgespräch klären wir, wie schnell ein Team für Ihr Vorhaben steht.

Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag nennt Gesetze und Verordnungen, um technische Entscheidungen einzuordnen. Er ist keine Rechtsberatung. Ob und wie eine Regelung auf Ihr Unternehmen zutrifft, klären Sie bitte mit Ihrer Rechtsabteilung oder einer Kanzlei.

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Florian Blischke
Geschäftsführer torck GmbH · über 20 Jahre Softwareentwicklung
Florian Blischke ist Geschäftsführer der torck GmbH und seit über 20 Jahren in der Softwareentwicklung tätig. Er verantwortet Individualsoftware für Industrie und Handel, von der Anbindung physischer Prozesse über IoT bis zu Cloud-Architektur und daten- sowie KI-gestützten Systemen. Bei torck begleitet er unter anderem die Energieplattform Jouvoli und das Fleet-Management-Produkt KVM Fleet. torck entwickelt an den Standorten Maxhütte-Haidhof, Wien und Rabat und legt Wert auf Software, die im Betrieb tatsächlich funktioniert.

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Wir bauen seit 2017 Software für Industrie und Handel, von Maxhütte-Haidhof aus, mit Teams in Wien und Rabat. Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten und kostet nichts. Danach wissen Sie, ob sich das Vorhaben lohnt, auch wenn die Antwort nein lautet.

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