KI-Förderprogramme 2026 in Deutschland und Österreich

KI-Förderprogramme 2026 in Deutschland und Österreich

KI-Förderung 2026 läuft in Deutschland und Österreich über mehrere Programme parallel, die sich in Fördersatz, Höchstbetrag und Antragsweg deutlich unterscheiden. Wer ein KI-Projekt plant, verliert schnell Zeit, wenn er das falsche Programm anschreibt oder eine Fördersumme einplant, die sich später als Deckel für förderfähige Kosten entpuppt. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Programme beider Länder, zeigt, was ein Antrag technisch verlangt, und nennt die Grenze, an der ein Vorhaben aus der Förderung herausfällt. Für Unternehmen, die in Deutschland und Österreich zugleich planen, kommt eine dritte Frage dazu: welcher Fördertopf zu welchem Standort gehört.

Kurz beantwortet

Deutschland fördert KI-Projekte 2026 vor allem über die Forschungszulage mit 25 bis 35 Prozent der Personalkosten, dazu ZIM und KMU-innovativ. Österreich fördert 2026 über das FFG-Basisprogramm, die FFG-Ausschreibung AI Ökosysteme und die Forschungsprämie von 14 Prozent, in Wien zusätzlich über die Wirtschaftsagentur Wien. Voraussetzung ist überall ein nachweisbares technisches Risiko.

KI-Förderung 2026 in Deutschland

Die Forschungszulage nach dem Forschungszulagengesetz ist der breiteste Hebel. Nach einer Übersicht von novaris-consulting aus dem März 2026 deckt sie 25 bis 35 Prozent der förderfähigen Personalkosten ab, mit einem Höchstbetrag im Millionenbereich pro Jahr, und lässt sich rückwirkend beantragen. Wer ein KI-Projekt bereits gestartet hat, kann die Zulage also noch nachträglich einreichen.

Das Förderprogramm ZIM und KMU-innovativ des Bundesforschungsministeriums übernehmen laut derselben Übersicht jeweils einen Anteil der Projektkosten, ohne festen Prozentsatz. Beide richten sich an Unternehmen aus Industrie und Handel mit einem klar abgegrenzten Forschungs- oder Entwicklungsvorhaben. Fördersätze und Fristen ändern sich im Lauf eines Jahres, verbindlich ist am Ende nur die jeweilige Programmseite.

KI-Förderung 2026 in Österreich

Die Ausschreibung AI Ökosysteme 2026 der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) stellt rund 8,4 Millionen Euro bereit, je Projekt 100.000 Euro bis 1 Million Euro. Gefördert werden kooperative Projekte der industriellen Forschung in den Schwerpunkten Hybrid AI (Programmlinie AI for Tech) und Green AI (Programmlinie AI for Green), jedes Konsortium braucht mindestens zwei Unternehmen. Die FFG verlangt die Weiterentwicklung von KI-Kerntechnologien, die bloße Anwendung bestehender Modelle auf einen Use Case reicht nicht. Einreichschluss ist der 6. Oktober 2026, der Antrag wird auf Englisch gestellt.

Für ein einzelnes Entwicklungsvorhaben ohne Themenvorgabe ist das FFG-Basisprogramm der zentrale Weg. Es steht 2026 ganzjährig offen und fördert bis zu 3 Millionen Euro je Projekt. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Startups mit kleinerem Budget nutzen das Basisprogramm Kleinprojekt: bis zu 60 Prozent Zuschuss bei höchstens 150.000 Euro Gesamtkosten, maximal 88.500 Euro Förderung. Die KI-Programme AI-Start und AI-Adoption der Austria Wirtschaftsservice (aws) haben derzeit keinen offenen Call. Der Call AI-Start Green schloss am 30. November 2024, AI-Adoption am 28. Februar 2025.

Unabhängig von Ausschreibungen läuft die Forschungsprämie. Sie beträgt 14 Prozent der Forschungsaufwendungen eines Wirtschaftsjahres, wird vom Finanzamt am Abgabenkonto gutgeschrieben und kommt auch Unternehmen ohne Gewinn zugute. Für eigenbetriebliche Forschung braucht es ein kostenloses Jahresgutachten der FFG, das nach Ablauf des Wirtschaftsjahres über FinanzOnline angefordert wird. Unternehmen mit Betriebsstätte in Wien können zusätzlich die Förderungen der Wirtschaftsagentur Wien nutzen.

KI-relevante Förderungen in Österreich, Stand: September 2026
Programm Träger Für wen Was gefördert wird Quelle
AI Ökosysteme 2026 FFG Konsortien mit mindestens zwei Unternehmen, auch mit Forschungseinrichtungen Industrielle Forschung zu Hybrid AI und Green AI, 100.000 Euro bis 1 Mio. Euro, Einreichung bis 6. Oktober 2026 ffg.at
Basisprogramm FFG Unternehmen aller Größen F&E-Projekte ohne Themeneinschränkung, bis 3 Mio. Euro je Projekt, Einreichung 2026 laufend ffg.at
Basisprogramm Kleinprojekt FFG KMU und Startups Experimentelle Entwicklung bis Prototyp, MVP oder Proof of Concept, bis 60 %, maximal 88.500 Euro ffg.at
Forschungsprämie Finanzamt, Gutachten durch die FFG Alle Steuerpflichtigen mit Forschung und experimenteller Entwicklung 14 % der Forschungsaufwendungen, Antrag nach Ablauf des Wirtschaftsjahres ffg.at
Förderung Innovation Wirtschaftsagentur Wien KMU sowie Gründerinnen und Gründer in Wien Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Dienstleistungen, 45 % für kleine und 35 % für mittlere Unternehmen, bis 300.000 Euro, nächster Stichtag 31. Dezember 2026 wirtschaftsagentur.at
Förderung Digitalisierung Wirtschaftsagentur Wien KMU, die seit mindestens einem Jahr in Wien tätig sind Entwicklung und Einführung digitaler Lösungen, Software und Lizenzen, 50 %, bis 50.000 Euro, Einreichzeitraum bis 31. Dezember 2026 wirtschaftsagentur.at
AI-Start, AI-Adoption Austria Wirtschaftsservice (aws) Unternehmen aller Größen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich KI-Vorhaben, derzeit kein offener Call aws.at
KMU.DIGITAL Wirtschaftsministerium (BMWET) und WKÖ KMU Beratung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten, Budget ausgeschöpft, keine Anträge mehr möglich, ab 2027 nicht fortgeführt kmudigital.at

Stand: September 2026. Budgets, Förderquoten und Stichtage ändern sich laufend, verbindlich sind nur die aktuellen Angaben der jeweiligen Förderstelle. Prüfen Sie die Bedingungen dort vor dem Projektstart, denn die Wirtschaftsagentur Wien und die aws fördern nur Vorhaben, die erst nach der Einreichung beginnen.

Unternehmen, die in beiden Ländern tätig sind, prüfen die Fördertöpfe getrennt. Eine deutsche Tochtergesellschaft beantragt die Forschungszulage über das deutsche Finanzamt, eine österreichische Niederlassung reicht unabhängig davon bei aws oder der FFG ein. Eine Doppelförderung derselben Kosten über beide Länder hinweg ist ausgeschlossen, eine Aufteilung nach Standort und Aufgabe dagegen üblich und in der Praxis meist der einfachere Weg.

KI-Förderprogramme 2026 im Überblick
Programm Land Förderquote Höchstbetrag
Forschungszulage (FZulG) Deutschland 25 bis 35 % Millionenbereich pro Jahr
ZIM Deutschland anteilig projektabhängig
KMU-innovativ Deutschland anteilig projektabhängig
FFG AI Ökosysteme 2026 Österreich projektabhängig 1 Mio. Euro je Projekt
FFG Basisprogramm Österreich projektabhängig 3 Mio. Euro je Projekt
FFG Basisprogramm Kleinprojekt Österreich bis 60 % 88.500 Euro
Forschungsprämie Österreich 14 % nach Forschungsaufwand
Wirtschaftsagentur Wien, Förderung Innovation Österreich (Wien) 35 bis 45 % 300.000 Euro
14 Prozent

der Forschungsaufwendungen eines Wirtschaftsjahres schreibt das Finanzamt in Österreich als Forschungsprämie gut, auch Unternehmen ohne Gewinn.

FFG, Stand September 2026

Was ein Förderantrag technisch verlangt

Wer KI-Förderung 2026 beantragt, stößt in allen genannten Programmen auf dieselben Grundfragen, unabhängig vom Fördersatz. Sie verlangen ein technisches Risiko, dessen Lösung zu Projektbeginn nicht feststeht, einen Ansatz, der zumindest für das antragstellende Unternehmen neu ist, und ein Vorhaben, das sich in Arbeitspakete mit Meilensteinen zerlegen lässt.

In der Praxis entscheidet die Kalkulation oft über Erfolg oder Ablehnung. Personalstunden, Sachkosten und externe Leistungen müssen sich einem einzelnen Arbeitspaket zuordnen lassen, nicht nur dem Projekt insgesamt. Wer diese Struktur erst beim Schreiben des Antrags aufbaut, verliert Zeit. Aus eigenen Projekten wissen wir, dass eine grobe Kalkulation vor dem eigentlichen Projektstart die spätere Antragstellung um mehrere Wochen verkürzt.

Der häufigste Ablehnungsgrund ist ein zu vage formuliertes technisches Risiko. Wer schreibt, ein System solle die Effizienz steigern, bekommt Rückfragen von der Förderstelle. Wer dagegen beschreibt, warum eine bestehende Methode an den eigenen Daten scheitert und welcher Lösungsweg zu Beginn ungewiss ist, hat bessere Chancen auf eine Bewilligung.

Wo die Förderung endet
Die reine Einführung von Standardsoftware oder eine bloße API-Anbindung an ein bestehendes Sprachmodell gilt in den meisten Programmen nicht als förderfähige Innovation. Gefördert wird die Entwicklung, nicht der Einkauf.

Vom Antrag zum Pilotprojekt

Nach der Förderzusage beginnt die eigentliche Arbeit am Anwendungsfall. Unsere „Methodik für ein KI-Pilotprojekt in 90 Tagen“ zeigt, wie sich Fördergelder in einen Prototyp mit echten Nutzern übersetzen lassen, statt in einer Präsentation zu enden. Wer die technische Machbarkeit vor der Antragstellung klären will, findet dafür in einem Erstgespräch zur KI-Beratung von torck einen kurzen, unverbindlichen Einstieg. Welche ersten Projekte sich für den Einstieg eignen, zeigt der Beitrag Generative KI in Industrie und Handel: Drei Einstiegsprojekte mit messbarem Nutzen.

Sieht das Vorhaben ein eigenes Sprachmodell vor, gehört die Hardware in die Kalkulation. Welche Modellgröße bei welcher Quantisierung auf eine bestimmte GPU passt, zeigt der LLM-Finder mit dem VRAM-Bedarf je Konfiguration.

Programm und Vorhaben früh abgleichen
Wer parallel in Deutschland und Österreich ein KI-Vorhaben plant, klärt die Zuordnung zum passenden Fördertopf vor der Antragstellung. So bleibt Zeit für Rückfragen der Förderstelle.

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Häufige Fragen

Welches Programm passt zu welchem Vorhaben?

Für ein einzelnes Unternehmen mit einem klar umrissenen Forschungsanteil ist die Forschungszulage der einfachste Einstieg, weil sie ohne Wettbewerbsverfahren läuft. ZIM und KMU-innovativ passen zu Vorhaben mit Kooperationspartnern. In Österreich passen das FFG-Basisprogramm oder das Basisprogramm Kleinprojekt zu einem einzelnen Entwicklungsvorhaben, die FFG-Ausschreibung AI Ökosysteme zu Konsortien, die KI-Kerntechnologien weiterentwickeln. Die Forschungsprämie wird wie die Forschungszulage über das Finanzamt geltend gemacht. Wer unsicher ist, klärt die Einordnung am besten vor dem Schreiben des Antrags, nicht danach.

Wie lange dauert ein Antrag?

Zwischen erster Skizze und Bewilligung vergehen je nach Programm mehrere Wochen bis wenige Monate. Die Forschungszulage läuft über das Finanzamt und eine technische Bescheinigung, das geht meist schneller als ein klassisches Verfahren mit Jury. Bei FFG-Ausschreibungen mit festem Stichtag bestimmt der nächste Einreichtermin das Tempo, nicht der eigene Projektstart. Wer früh genug einreicht, gewinnt Zeit für Rückfragen der Förderstelle, ohne den Projektbeginn zu verschieben.

Kann man mehrere Programme kombinieren?

Grundsätzlich ja, solange dieselben Kosten nicht doppelt gefördert werden. Die Forschungszulage lässt sich mit anderen deutschen Programmen unter Anrechnung kombinieren. In Österreich mindern steuerfreie Förderzuschüsse, etwa der FFG, die Bemessungsgrundlage der Forschungsprämie. Bei De-minimis-Förderungen wie denen der Wirtschaftsagentur Wien zählen alle De-minimis-Beihilfen gemeinsam gegen die Obergrenze. Die genaue Kombinierbarkeit klärt am Ende die jeweilige Förderstelle vor der Antragstellung.

Welche KI-Förderprogramme gibt es in Österreich?

Stand September 2026 sind für KI-Projekte vor allem das FFG-Basisprogramm und das Basisprogramm Kleinprojekt offen, dazu die FFG-Ausschreibung AI Ökosysteme 2026 mit Einreichschluss am 6. Oktober 2026 und die Forschungsprämie von 14 Prozent der Forschungsaufwendungen. Wiener KMU können zusätzlich die Förderung Innovation und die Förderung Digitalisierung der Wirtschaftsagentur Wien nutzen. AI-Start und AI-Adoption der aws haben derzeit keinen offenen Call, KMU.DIGITAL nimmt keine Anträge mehr an.

Warum torck

torck entwickelt Software mit eigenen Teams in Maxhütte-Haidhof, Wien und Rabat und begleitet KI-Projekte von der Antragsreife bis zum laufenden Betrieb. Ein Antrag in Deutschland und ein zweiter in Österreich treffen bei uns auf dieselben Entwicklungsteams und denselben Vertragspartner, die deutsche torck GmbH, statt auf eine Kette von Subunternehmern. Wir setzen die geförderten Vorhaben technisch um und betreiben sie danach auch. Wer wissen will, welches Programm passt und was die Umsetzung tatsächlich kostet, klärt das am besten in einem Erstgespräch zur KI-Beratung.

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Florian Blischke
Geschäftsführer torck GmbH · über 20 Jahre Softwareentwicklung
Florian Blischke ist Geschäftsführer der torck GmbH und seit über 20 Jahren in der Softwareentwicklung tätig. Er verantwortet Individualsoftware für Industrie und Handel, von der Anbindung physischer Prozesse über IoT bis zu Cloud-Architektur und daten- sowie KI-gestützten Systemen. Bei torck begleitet er unter anderem die Energieplattform Jouvoli und das Fleet-Management-Produkt KVM Fleet. torck entwickelt an den Standorten Maxhütte-Haidhof, Wien und Rabat und legt Wert auf Software, die im Betrieb tatsächlich funktioniert.

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Wir bauen seit 2017 Software für Industrie und Handel, von Maxhütte-Haidhof aus, mit Teams in Wien und Rabat. Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten und kostet nichts. Danach wissen Sie, ob sich das Vorhaben lohnt, auch wenn die Antwort nein lautet.

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