Nearshoring-Kosten realistisch gerechnet: TCO statt Stundensatz


Titelbild: Nearshoring-Kosten als TCO gerechnet statt nach Stundensatz

Wer die Kosten von Nearshoring allein am Stundensatz misst, rechnet sich häufig reich. Die TCO, also die Gesamtkosten über die Projektlaufzeit, entscheidet darüber, ob sich ein Angebot am Ende wirklich lohnt. Nacharbeit, Projektmanagement und Einarbeitung fehlen in vielen ersten Angeboten, tauchen aber spätestens auf der Schlussrechnung auf.

Kurz beantwortet

Nearshore-Sätze liegen 30 bis 50 Prozent unter dem deutschen Niveau. Rechnet man Nacharbeit von 10 bis 12 Prozent und Projektmanagement von 5 bis 20 Prozent dazu, bleibt in einer typischen Beispielrechnung rund ein Drittel Ersparnis statt der 46 Prozent, die der reine Stundensatzvergleich nahelegt.

Der Stundensatz als Ausgangspunkt

Nearshore-Sätze liegen 30 bis 50 Prozent unter dem deutschen Niveau (Groenewold IT, 2026). Für Senior-Entwickler bedeutet das konkret 40 bis 80 Euro pro Stunde im Nearshoring gegenüber 80 bis 180 Euro in Deutschland (easy.bi, 2024). Auf dieser Basis wirkt die Rechnung einfach, denn weniger Euro pro Stunde ergeben weniger Gesamtkosten. Diese Rechnung stimmt nur, solange man annimmt, dass beide Teams gleich viele Stunden für dasselbe Ergebnis brauchen. Genau diese Annahme hält in der Praxis selten.

Eine Beispielrechnung: Nearshoring über 800 Stunden

Ein Projekt mit 800 Entwicklerstunden zeigt den Unterschied konkret.

Beispielrechnung für 800 Entwicklerstunden, Quellen: Groenewold IT 2026, YuSMP 2026, Pandanerds 2026
Posten Deutschland Nearshore
Entwicklungsleistung 96.000 Euro bei 120 Euro pro Stunde 52.000 Euro bei 65 Euro pro Stunde
Nacharbeit, 10 bis 12 Prozent in dieser Rechnung nicht angesetzt rund 5.720 Euro
Projektmanagement, hier 12 Prozent in dieser Rechnung nicht angesetzt rund 6.240 Euro
Summe 96.000 Euro rund 64.000 Euro
Abstand Referenz rund ein Drittel günstiger
46 zu 33

Prozent. Der reine Stundensatzvergleich verspricht 46 Prozent Ersparnis. Nach Nacharbeit und Koordination bleibt in dieser Beispielrechnung rund ein Drittel übrig.

eigene Rechnung auf Basis von Groenewold IT 2026 und YuSMP 2026

Nacharbeit bei Nearshore-Projekten liegt bei 10 bis 12 Prozent der Entwicklungsleistung (YuSMP, 2026). Der Aufwand für Projektmanagement und Koordination kommt mit 5 bis 20 Prozent obendrauf (YuSMP und Pandanerds, 2026). Ein Drittel ist immer noch ein realer Vorteil, aber deutlich weniger als der Stundensatz allein suggeriert.

Was diese Rechnung nicht abbildetAuch ein deutsches Team produziert Nacharbeit und braucht Koordination. In der Beispielrechnung sind diese Posten auf der deutschen Seite nicht angesetzt, weil belastbare Vergleichswerte fehlen. Der reale Abstand liegt deshalb eher über als unter einem Drittel. Nutzen Sie die Struktur, nicht die absoluten Zahlen.

Was die Zahlen für den eigenen Business Case bedeuten

Für ein internes Budget lohnt es sich, diese Rechnung mit den eigenen Projektzahlen nachzuvollziehen, statt die Prozentwerte aus einem Angebot ungeprüft zu übernehmen. Wer die erwarteten Entwicklerstunden kennt, kann Nacharbeit und Projektmanagement-Aufwand als eigene Zeilen in die Kalkulation aufnehmen, nicht als versteckten Aufschlag, der erst bei der Abschlussrechnung auftaucht.

Das verändert auch, wie man ein Angebot verhandelt. Statt nur über den Stundensatz zu sprechen, lässt sich gezielt fragen, mit welcher Nacharbeitsquote der Anbieter für vergleichbare Projekte rechnet und wie diese Quote in der Vergangenheit tatsächlich ausgefallen ist.

Ein weiterer Posten, der in vielen ersten Angeboten fehlt, ist die Einarbeitungszeit zu Projektbeginn. Auch ein eingespieltes Nearshore-Team braucht einige Tage, um sich in eine bestehende Codebasis und in unternehmensspezifische Prozesse einzufinden. Bei einem Projekt über mehrere Monate fällt dieser Posten kaum ins Gewicht, bei einem kurzen Auftrag über wenige Wochen kann er mehrere Prozentpunkte des Kostenvorteils aufzehren.

Warum Offshore-Ersparnisse oft fast verschwinden

Bei Offshore-Projekten fällt dieser Effekt noch stärker aus. Die Nacharbeitsquote liegt hier bei 20 bis 40 Prozent, der Aufwand für Projektmanagement bei 30 bis 40 Prozent (YuSMP und Pandanerds, 2026). Addiert man beide Posten auf die Basiskosten, frisst allein dieser Zuschlag oft mehr als die Hälfte des ursprünglichen Preisvorteils auf. Nach Einschätzung von Pandanerds (2026) schrumpft die Offshore-Ersparnis dadurch häufig auf einen einstelligen Prozentbereich.

Das heißt nicht, Offshore-Modelle grundsätzlich auszuschließen. Bei sehr klar definierten Aufgaben mit geringem Abstimmungsbedarf kann sich ein niedrigerer Ausgangssatz trotz höherer Nacharbeit noch rechnen. Gut geführte Teams mit erfahrenem Projektmanagement liegen näher an den unteren Werten der jeweiligen Bandbreite. Wer aber ein Angebot allein nach dem niedrigsten Stundensatz auswählt, geht ein Risiko ein, das sich erst nach Projektstart zeigt. Der ausführliche Vergleich steht im Beitrag zu Nearshoring und Offshoring.

Welche Posten in einem realistischen Angebot stehen sollten

Ein belastbares Angebot für Nearshoring nennt neben dem Stundensatz auch eine erwartete Nacharbeitsquote und den Aufwand für Projektmanagement, idealerweise mit einer Bandbreite statt einer einzelnen Zahl. Fehlt diese Aufschlüsselung, lohnt eine direkte Nachfrage beim Anbieter. Wer schon einmal ein Angebot ohne diese Details gesehen hat, kennt auch die anderen Warnsignale, die häufig gemeinsam auftreten. Wir haben sie im Beitrag Warnsignale bei Nearshore-Partnern gesammelt.

Ab welcher Projektgröße sich der Aufwand lohnt

Die Rechnung oben zeigt außerdem, warum sich Nearshoring nicht für jede Projektgröße gleich gut eignet. Bei einem sehr kleinen Vorhaben von wenigen Wochen fallen Einarbeitung und Koordinationsaufwand relativ stärker ins Gewicht als bei einem Projekt über mehrere Monate. Erst wenn genug Entwicklungsstunden anfallen, um den Einrichtungsaufwand auf viele Sprints zu verteilen, entfaltet der niedrigere Stundensatz sein volles Potenzial.

TCO für Ihr Projekt durchrechnenNennen Sie uns den geschätzten Stundenumfang. Wir liefern die Rechnung mit Nacharbeit und Koordination als eigene Zeilen, nicht als Aufschlag im Kleingedruckten.

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Was TCO bei torck konkret senkt

Nacharbeit und Projektmanagement-Aufwand hängen stark davon ab, wie stabil ein Team über die Projektlaufzeit bleibt. torck arbeitet mit festen Teams an den Standorten Maxhütte-Haidhof, Wien und Rabat, Rabat als eigene torck-Gesellschaft und nicht als vermittelte Partneragentur mit wechselnder Besetzung. Entwickelt wird über alle drei Standorte mit demselben Qualitätsstandard bei Reviews und CI/CD, was Nacharbeit an der Quelle reduziert statt sie erst im Test sichtbar zu machen.

Marokko liegt ganzjährig in UTC+1. Die volle Überlappung der Arbeitszeit verkürzt Abstimmungswege, die sonst Teil des Koordinationsaufwands sind und in der Kalkulation oft unterschätzt werden. Projektleitung und Ansprechpartner sitzen dabei in Deutschland und Österreich, über die gesamte Projektlaufzeit dieselben Personen und nicht wechselnde Vertretungen.

Häufige Fragen

Welche Kostenposten vergisst man bei Nearshoring am häufigsten?

Am häufigsten fehlen Nacharbeit und Projektmanagement-Aufwand im ersten Angebot. Beide Posten zusammen können, je nach Anbieter, 15 bis 30 Prozent der reinen Entwicklungskosten ausmachen (YuSMP und Pandanerds, 2026) und gehören von Anfang an in die Kalkulation, nicht erst in die Nachverhandlung nach den ersten Sprints.

Ab welcher Projektgröße lohnt sich Nearshoring?

Eine feste Grenze gibt es nicht, in der Praxis zeigt sich der Vorteil aber deutlicher bei Projekten ab mehreren hundert Entwicklerstunden, weil sich Einarbeitung und Koordinationsaufwand dann auf eine größere Leistung verteilen.

Wie vergleicht man mehrere Angebote fair miteinander?

Am besten auf Basis der geschätzten Gesamtkosten für ein definiertes Projektvolumen, inklusive Nacharbeit und Projektmanagement, statt allein anhand des Stundensatzes. Ein Anbieter, der diese Aufschlüsselung liefert, lässt sich deutlich leichter fair vergleichen als einer, der nur einen einzelnen Satz nennt.

Der nächste Schritt

Nacharbeit und Koordinationsaufwand sind bei torck kein Blindfleck in der Kalkulation. Feste Teams, ein gemeinsamer Qualitätsstandard an allen Standorten und die volle Zeitzonen-Überlappung mit Rabat halten beide Posten klein. Im Erstgespräch rechnen wir die TCO für Ihr konkretes Projekt gemeinsam durch.

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Zwei Sätze zu Ihrer Situation genügen. Es antwortet jemand, der solche Systeme selbst baut.

Antwort innerhalb eines Werktags.torck · Code mit Drehmoment
Florian Blischke
Geschäftsführer torck GmbH · über 20 Jahre Softwareentwicklung
Florian Blischke ist Geschäftsführer der torck GmbH und seit über 20 Jahren in der Softwareentwicklung tätig. Er verantwortet Individualsoftware für Industrie und Handel, von der Anbindung physischer Prozesse über IoT bis zu Cloud-Architektur und daten- sowie KI-gestützten Systemen. Bei torck begleitet er unter anderem die Energieplattform Jouvoli und das Fleet-Management-Produkt KVM Fleet. torck entwickelt an den Standorten Maxhütte-Haidhof, Wien und Rabat und legt Wert auf Software, die im Betrieb tatsächlich funktioniert.

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Wir bauen seit 2017 Software für Industrie und Handel, von Maxhütte-Haidhof aus, mit Teams in Wien und Rabat. Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten und kostet nichts. Danach wissen Sie, ob sich das Vorhaben lohnt, auch wenn die Antwort nein lautet.

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